Materialeigenschaften

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Da die technischen Materialeigenschaften mit die wichtigste Rolle in den Eigenschaften spielen, ist natürlich die Wahl des Ausgangsrohstoffes von immenser Bedeutung. Im Wesentlichen unterscheidet man auf dem Markt zwei verschiedene Rohstoff-Geogittertypen, die sowohl Vor-, als auch Nachteile aufgrund des Rohstoffes aufzeigen.

 

Geogitter aus Polyethylenterephthalat (PET)
PET ist seit der Einführung des grünen Punktes sicherlich im Unterbewusstsein den meisten bekannt. Zählt man zu den Colaliebhabern, hatte man hiermit relativ früh Erfahrung, da diese Verpackung als eine der ersten PET-Flaschen auf dem Markt erschien. PET = Geogitter = Flasche? Nun, Ja und Nein, es gilt wie (fast) immer PET ist nicht PET, denn es gibt Unterschiede.
Für den Laien wichtig ist bei dem Gitter PET, dass dieses langkettige Polymere enthält, da wir wie an dem Gitter Zugkräfte aufbringen. Und hier gilt, ja länger der ganze Molekülverbund, desto höhere Kraft muss man aufbringen, bis diese "reißen".
Man kann also festhalten, dass das Gitter PET langkettige Polymere aufweist, die optimal Zugkräfte aufnimmt.

Geogitter aus Polypropylen (PP)
Ein weiterer Werkstoff. Wozu? Wenn nun PET schon optimal ist? Nun, wie so oft, ganz so einfach ist es nicht. Polypropylen ist auch ein Polymer mit guten Eigenschaften und als Gitter sehr gut tauglich. Ein Eindruck? Kennen Sie! Erinnern Sie sich an eines Ihrer Pakete oder Verpackungen, welches mit meist zwei dünnen, weißen oder schwarzen Plastikbändern zusammengehalten wird? Diese sehen eigentlich lächerlich aus. Eine Schere zum Öffnen? Ach, von wegen! Mit der Hand das reicht aus! Nun denn, selbst an der Schweißnaht verhält sich das Material superstabil. Kräftig ziehen - da bringt man es überhaupt nicht zum Reißen. Also, dieses "Band" ist natürlich auch aus PP und auf Zugbelastung superstabil, selbst bei so schmalen Bändern.

"Wieso dann PET?"
Nun, eine wesentliche Eigenschaft aller Polymere ist: "Das Kriechen" - Klingt seltsam, kennt aber auch jeder. Eine volle Plastiktüte direkt bei der Befüllung: "Superstabil". 10 Minuten an einer Hand getragen: „Hängt schon schwer durch". Dies ist das Kriechen, das Auslängen der Molekül-Polymere unter Belastung und auf der Zeitachse. Sie werden sich natürlich fragen, ob man dies nicht einfach schon vorher "Strecken" kann? Kann man, natürlich. Macht man auch, sodass die Polymere gereckt in der Zugachse des Geogitters liegen. Aber der Zeitfaktor, nicht nur 10 Minuten, sondern für ein Bauwerk von bis zu 100 Jahren ist nicht vollständig eleminierbar. Und hier liegt der große Unterschied zwischen Geogitter aus PP und PET! PET hat von der physikalisch-chemischen Eigenschaften einen wesentlich besseren "Kriechwiderstand" als PP. Daher gilt die technische Regel: "Bei statischer Berechnung und bei Bauwerken mit setzungsrelevanten Potenzialen immer PET".