Baurechtliche Qualitätssicherung

Qualitätssicherung im Baustoffsektor? Wichtig! Denn wenn das Produkt Geogitter erst einmal im Untergrund eingebaut wurde, ist der Aufwand hinsichtlich der Kontrolle oder gar die Beseitigung von Mängeln aufwendig und extrem kostenintensiv.

Die CE-Kennzeichnung ist aufgrund der Harmonisierung innerhalb des EU-Wirtschaftsraumes seit mehreren Jahren für Bauprodukte und damit auch für Geogitter Pflicht. Sie regelt eindeutig mit welchen qualitativen Tests Produkte zur Vergleichbarkeit frei im Wirtschaftsraum verkehren dürfen. Hierzu existiert für das hergestellte Produkt ein CE-Zertifikat mit exakt vorgeschriebenen technischen Kenndaten zur Vergleichbarkeit.

Aber Achtung! In der CE-Kennzeichnung sind zwar wesentliche technische Merkmale festgelegt, diese beurteilen aber nicht die Eignung des Bauproduktes für den jeweiligen Zweck! Auch erfolgt die Überwachung des Produktes von der Herstellerseite werksintern ohne eine externe Qualitätsprüfung, so dass die CE-Datenkennwerte keine unabhängige Kontrollinstanz durchlaufen müssen.

Um nun die Eignung der Geogitter für den richtigen Einsatzbereich qualitativ zu sichern und um auch eine unabhängige Kontrollinstanz für die Produkte zu ermöglichen, wurde im Baubereich mit der Überarbeitung der Zusätzlichen technischen Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau (ZTVE-StB 09) ein Vertragswerk geschaffen welches dies berücksichtigt. Da fast ausnahmslos jede Tiefbaustelle als einen Vertragsbestandteil auch die ZTVE-StB 09 enthält findet hier die Baustelleneingangsprüfung (BEP) der Geogitter Anwendung, deren Prüfungsumfang über die Bundesanstalt für das Straßenwesen (BASt) festgelegt wurde.

In der Baupraxis bedeutet dies, dass neben den üblichen Dokumentationsnachweisen geliefertes Material vor dem Einbau auch einem bestimmtem Prüfungsumfang unterzogen werden muss. Da dies aufgrund zeitlicher und logistischen Faktoren nur schwer durchführbar sein dürfte, wurde durch die Bundesanstalt für das Straßenwesen eine Alternative über eine freiwillige Zertifizierung geschaffen. Hier erhält der Hersteller, über unabhängige Kontrollinstanzen die Möglichkeit Produkte, also auch Geogitter für einen bestimmten Einsatzzweck und mit bestimmten Kontrollwerten zertifizieren zu lassen. Dies mündet dann in ein sogenanntes Produktzertifikat, welches die geforderten Baustelleneingangsprüfungen durch die ZTVE-StB09, ersetzt. Damit existiert der Nachweis der überwachten Qualität für Geogitter für einen bestimmten Einsatzzweck mit entsprechenden Eignungsnachweisen. Der Auftragnehmer hat dies unaufgefordert nachzuweisen und der Auftraggeber muss hier seine entsprechende Kontrollbefugnis ausüben.