Geogitter und der Aspekt der Nachhaltigkeit

Sind Geogitter ressourcenschonend? Eindeutig ja! Denn klassische Bauweisen zeigen aufgrund ihres mehrfachen Volumeneinsatzes und den Produktionsprozessen einen viel schlechteren kumulierten Energieaufwand (KEA) als „schlank-produzierte“ Geogitter.

Allein durch die baupraktischen Abläufe lässt sich erahnen, dass hier ein Unterschied in den Energiebilanzen vorliegt. Als Beispiel sei eine einfache Tragschichtbewehrung genannt. Standardmäßig erfolgt bei schlecht tragfähigem Untergrund ein Bodenaustausch von ca. 40 cm mit anschließender Auffüllung von gemischt-körnigem Boden. Hiermit erhält man ein tragfähiges Erdplanum mit dem erwünschten Zielwert von Ev2≥45 MN/m2. Volumentechnisch erhalten Sie hier mit Aushub und Einbau von einem Kilometer Länge und fünf Meter Breite insgesamt 4000 m3 Bodenbewegung. Dies bedeutet ca. 6800 to Bodenmaterial, welches bei einer Nutzlast für einen Vierachser-Lkw in 340 Fuhren umgesetzt wird. Der Bau mit Geogitter? Sie benötigen eine halbe Lkw-Ladung Geogitter und nur ca. 30 % des Erdbaus, um die gleiche Tragschichtwirkung herzustellen!

Die klassische Alternative: Das Kalken des Bodens mit eingefrästem Feinkalk? Sicherlich, hier benötigen Sie nur den Feinkalk, das Einfräsen in den Boden und die Verdichtungsleistung. Der Arbeitsprozess erscheint schlank. Doch betrachten wir die Energiebilanz, so erscheint natürlich der Feinkalk mit seinem hohem Energieverbrauch extrem negativ auf. Ursache ist hier der hochenergetische Herstellungsprozess, dem Kalkbrennen. Mit einem KEA-Wert von ca. 5000 MJ/to zählt er zu den Spitzenreitern im Sektor dieser Baustoffe.

Projektstudien ergaben, dass die Bodenstabilisierungen mittels Feinkalk einen dreimal höheren kumulierten Energieaufwand (KEA) aufweisen, als die optimierten Bauweisen mit Geogitter. Ebenso ist damit natürlich die CO2-Emission einhergehend. Aufgrund der Verwendung des Feinkalkes produziert diese klassische Bauweise sogar eine 10-fach höhere CO2-Emission als die vergleichbare Umsetzung mit Geogitter.